Bahia Mahmud Awah, Gedichte aus der Westsahara

 

„Ich habe keine Angst, mich in seinen Winden zu verirren, vertraue den Sinnen meines Dromedars und den Lehren meines Großvaters.“

 

Das ist ein Vers aus dem Gedicht „Frag sie“ von Bahia Awah. Sein poetischer Ausdruck besteht aus Versen, die im Verborgenen Ansprüche erheben und tief in der Vergangenheit verankert sind. Der unverwechselbare Stil gestattet dem Dichter eine Wanderung wie in Trugbildern und spiegelt im Voranschreiten die Perspektiven alter, ungelöster Knoten wider. Das Leben führt den Schriftsteller oft auf verschiedene Wege, die mit wahren Werten neu interpretiert werden können, die er zwar unbeachtet lassen, aber zugleich niemals vergessen kann.

 

Bahia versucht mithilfe seiner Verse wie in einem Puzzlespiel, seine verlorene Kindheit wiederherzustellen und sich in einen umherstreifenden Dichter zu verwandeln, der sich in der Natur verliert und die Landschaften der Westsahara einwandfrei enträtselt. All dies erfolgt in der Erinnerung an jene, die auf seine Wesensart Einfluss genommen haben, immer der Gnade eines Windes ausgeliefert, den man in der Wüste der Sahara förmlich schmecken kann. Seine Gedichte bleiben im Gleichgewicht, aber sie verändern sich, wenn sich die Nacht unter die Bilder mischt. Oftmals werden die Bilder dann von blauen Augen erfüllt, den Augen einer Frau, von Kamelen und von den ruhigen Nächten in den Steppen seines „Jaimas“. Bahia Awah hörte, auch während er in Spanien lebte nie damit auf, sich mit der „Sahrawi-Poesie“ auseinanderzusetzen. Seine Friedensideale und seine Art, die Poesie in dieser Welt zu leben, haben ihm einen allgemeinen Überblick über die gesamte Region verschafft. Sie haben ihn auch in die Lage versetzt, an seine Wurzeln als Sahrawi zurückzukehren, ohne dabei seine Ziele als friedliebender Mann aus den Augen zu verlieren.

 

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